Das Hinterautal

Das Hinterautal
Das Hinterautal ist das mittlere Tal der großen aus dem Westen einfach zu erreichenden Karwendeltälern. Es führt Richtung Osten tief in das Karwendelgebirge und erstreckt sich über viele Kilometer. Im Sommer stehen auf den Weiden viele Kühe und grasen die saftigen Alpenkräuter.
Im hinteren Drittel des Tals liegen die berühmten Isarquellen, bei denen das kristallklare Wasser mit seiner leicht bläulich türkisen Färbung aus dem Boden sprudelt. Die Quellen liegen in einem kleinen Wäldchen mit einem ganz besonderen wildromantischem Flair und sind auf jeden Fall einen Besuch wert.

Isar Ursprung

Im hinteren Teil liegt die im Sommer bewirtschaftete Kastenalm, die zur Einkehr einlädt. Hinter der großen Weidefläche der Alm liegt der Silberne Hansel. Heute verschlossen, einst ein riesiges Silberbergwerk und Teil des weit ausgedehnten Bergbaus in unserer Alpenregion. Hier hinten teilt sich das Tal. Rechts führt eine steile Kiesstrasse hinauf zum Halleranger und dem Überschalljoch und links führt das Tal zum Rossloch, einem sehr einsamen Teil des Karwendels.
Folgt man der steilen Kiesstrasse in Richtung Halleranger geht es einige hundert Meter entlang der Klamm steil den Berg hinauf. Nach einiger Zeit kommt von der rechten Seite vom Lafatscher die Absam, ein sprudelnder Bergbach herab und stürzt in die tiefe Schlucht. Einige hundert Meter weiter gabelt sich die Strasse. Rechts geht es zum Lafatscher Hochleger, links zum Halleranger. Die Kiesstrasse erreicht jetzt das Hochtal und folgt dem Lafatscherbach. Von der rechten Seite quert abermals ein Bach den Weg. Dieses Mal  aber als Furt. Etwas weiter folgt eine weitere Furt, bei der wir den Lafatscherbach durchqueren. Im Anschluss geht es noch einmal zwei steile Kurven nach oben. Auf der linken Seite sind oberhalb der Geröllhalden Löcher im Felsen zu erkennen. Die Überreste des einst aktiven Bergbaus in der Region. Nach den steilen Kurven erreicht man den Almboden des Lafatscher Niederlegers mit der kleinen Almhütte auf der linken Seite. Im Sommer werden hier Kühe aufgetrieben, im Frühling und im Herbst sieht man hier Gämsen. Der Weg folgt jetzt flach ins Tal, bis er sich ganz am Ende noch einmal spaltet. Rechts geht es zum Hallerangerhaus, einer Alpenvereinshütte, links zur Hallerangeralm, einem urigen Gasthaus, indem sich die Einheimischen treffen. Die Kapelle mit dem Lafatscher im Hintergrund dürfte eines der berühmtesten Fotomotive der Alpen sein und von der Terrasse lassen sich die Kletterer in den Felswänden sehr gut beobachten. Will man in der Hallerangeralm oder dem Hallerangerhaus übernachten empfiehlt es sich sich davor anzumelden, da der Ansturm im Sommer sehr hoch ist und es nur eine begrenzte Anzahl an Übernachtungsmöglichkeiten gibt.
Von hier aus geht es weiter, entweder zum Überschalljoch, das von den Hütten nur ca. eine halbe Stunde entfernt ist. Von dem Joch geht es hinab nach Vomp, man kann also eine Rundtour planen. Selbiges gilt für die Anschlusstour über das Stempeljoch, über welches man ins Inntal absteigen kann.
Sehr zu empfehlen ist der Aufstieg auf den Reps. Der Aufstieg erfolgt durch dichte Latschenfelder und ist damit auch für nicht Schwindelfreie zu bewältigen. Der Weg führt vorbei an unzähligen verlassenen Stollen, die vom Silber- und Bleireichtum der Region zeugen. Beeindruckend ist am Grat der senkrechte Abfall der Felswände ins Rossloch. Ein Loch im Boden wirkt wie ein weiterer Stollen, aber dieses Loch führt direkt in die überhängenden  Felswände, damit ist ein Betreten des schottrigen Lochs mehr als lebensgefährlich. Am Ende des Grats hat man eine herrliche Aussicht über das Hinterautal und die umliegenden Gipfel.

Tour zum Überschalljoch

Hinterautal